Pferdegestütze Begleitung


"Interaktionspartner Pferd"

Die pferdegestützte Begleitung habe ich speziell an die Bedürfnisse demenziell erkrankter Menschen abgestimmt. Meine Stute "Cuba", welche mir seit Jahren eine treue Wegbegleiterin ist, kennt diese Form der Arbeit und reagiert absolut harmonisch und ausgeglichen darauf. Mittels diversen Kursen und Praxisarbeit bilden und entwickeln wir uns laufend weiter.


Erfahren Sie mehr über diese besondere Art der Begegnung bei einem persönlichen Gespräch.

"Die equidengestützte Begleitung orientiert sich an der Ganzheitlichkeit des Lebens – von Körper, Geist und Seele in Verbindung mit unserer Umwelt, die im Zusammenspiel mit der Biophilie-Hypothese einhergeht. In meiner Arbeit wird das Zusammenwirken und die Bedeutung von Interaktionen zwischen Mensch und Tier erlebbar gemacht.

 Dies wird sowohl in psychischer als auch in physischer Hinsicht verdeutlicht, und mit Beispielen aus der Praxis untermalt.


Diese spezielle Form der Begleitung birgt unterschiedlichste Ziel- und Ergebnisformen in sich, die die Individualität der Menschen begreifbar macht.

Einführung

Vieles inspirierte mich, diesen besonderen Weg der equidengestützten Begleitung (lat. im Singular „Equus“ - Pferd, im Plural „Equiden“) einzuschlagen. In Gesprächen mit den zu betreuenden Menschen nahm ich oft ein Gefühl von Traurigkeit wahr. Meist erschien es für die Menschen gerade mit demenziellen Störungen nicht möglich, klare Definitionen darüber festzulegen, doch bald schon wurde mir bewusst, dass dies für meine Arbeit nicht so ausschlaggebend war. Vielmehr versuchte ich hin zu spüren, meine Aufmerksamkeit auf Worte und Blicke „dahinter“ zu richten, Emotionen wahrzunehmen. Diese führten mich oft in längst vergangene Zeiten, Zeiten, in denen die betreffenden Menschen mit noch Vielem in Verbindung waren, unter anderem in Beziehungen zu Mensch und meist auch zu Tier, sie hatten Aufgaben zu bewältigen und Ziele zu erreichen. Wenig davon blieb in den meisten Fällen übrig, außer den Erkenntnissen darüber und der meist großen Sehnsucht danach.

Mein Wunsch ist es, Menschen, die in ihrem Leben eine natürliche Verbindung zum Leben, zur Natur suchen, einen direkten Zugang über das Medium Pferd in Kombination mit der dort herrschenden Natur zu ermöglichen. (Bild 3)

Ein wesentlicher Bestandteil meines Tuns geht mit dem Wort „Biophilie“ einher. Sinngemäß bedeutet die Übersetzung „die Liebe zum Lebendigen“ bzw. „die Liebe zum Leben“. Es handelt sich dabei um eine leidenschaftliche Form der Liebe, dient für mich also als grundlegende Orientierung innerhalb meiner Arbeit, die demnach als generellen Wunsch zum Ziel hat, alles Wachstum zu fördern – unerheblich, es sich um Menschen, Tiere, Pflanzen oder Visionen handelt. Der Grundsatz der Biophilie aktiviert Menschen, auf eine natürliche Art und Weise in Verbindung mit Mutter Erde und dem Tier in Beziehung zu treten, stellt eine Verbindung zum vielfach verloren gegangen ursprünglichen Leben her und hilft, die technische Welt in ihrer Seelenlosigkeit zu bewältigen. Die Hinwendung zum Tier spiegelt also auch eine Rückbesinnung zur Natur wider. (vgl. Opgen-Rhein 2011, S. 12f)

Mit dieser Grundhaltung und der Achtung vor dem Menschen, dem Pferd und nicht zuletzt mir selbst gegenüber möchte ich also Menschen, im speziellen Fall mit psychischen Veränderungen, begegnen, sie begleiten, sie stützen, ihnen Wege und Möglichkeiten zur eigenen Schöpferkraft und zur Förderung der inneren Ressourcen aufzeigen und an eventuell vorhandene lebensgeschichtliche Beziehungen zu Pferden und zur Natur wieder anknüpfen lassen." Zitat aus der Facharbeit Equidengestüzte Begleitung von Menschen mit psychischer Veränderung verfasst von Kerstin Lintschinger-Hauser, zur Einsicht hinterlegt an der Schule für Sozialbertreuungsberufe in Rottenmann (Steiermark).

 

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